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Anmeldung zwecks Verpflegung erbeten unter contact@euromayday.at

Kinderbetreuung und Schlafplatzbörse bei Bedarf (Anmeldung bis spätestens Montag, 26.3.)
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Eine Veranstaltung von euromayday.at, GPA-DJP / work@flex.

Programm!



Donnerstag, 29. März

19.00: Filmscreening & einleitende Info zu "Organizing"



Freitag, 30. März

09.30: Frühstück

10.30: Eröffnung

11.00: Projektpräsentationen

13.00: Mittagspause

14.30: Workshop I "Campaigning"

17.00: Workshop II "Organisierung international"

19.30: Filmscreening

21.00: Diskussion, Austausch, Party






Depot, 1070 Wien, Breite Gasse 3, www.depot.or.at

Donnerstag, 29. März


19:00 Uhr

Filmscreening in Kooperation mit kinoki & einleitende Info zu "Organizing".

"Riff Raff", GB 1990, 94 min, R: K. Loach, D: Robert Carlyle, Emer McCourt, Jimmy Coleman, George Moss, Ricky Tomlinson

Eine bitterböse Tragikomödie über das Ende geregelter Anstellungsverhältnisse. Bauarbeiter auf in jeder Hinsicht ungesicherten Arbeitsplätzen auf einer Baustelle in London. Ein ehemaliges Krankenhaus soll in einen Luxuswohnblock umgebaut werden. Während die Träume von bescheidenem Wohlstand sich täglich mehr als völlig unerreichbare Illusionen herausstellen, steigt die Wut...

www.kinoki.at


WUK Initiativräume, 1090 Wien, Währinger Straße 59, www.wuk.at

Freitag, 30. März


9:30 Uhr

Frühstück


10:30 Uhr

Eröffnung


"Prekarisierung und die Notwendigkeit der Entwicklung von neuen Formen der Organisierung und Interessenvertretung im Spannungsverhältnis zwischen sozialen Bewegungen und Gewerkschaften"

Santa Precaria (euromayday.at) & Karl Proyer (GPA-DJP)

11:00 bis 13:00 Uhr

Projektpräsentationen


"Workers Centers. Von LA nach Frankfurt/M."
(Hagen Kopp, Workers Center-Initiative Rhein-Main, Hanau)

Workers Centers existieren in den USA bereits seit den 1980er Jahren und stellen einen Versuch dar, vor dem Hintergrund von völlig fragmentierten und von hoher Beschäftigtenfluktuation gekennzeichneten Branchen ein neues Modell der Organisierung zu etablieren. Im Zentrum steht der Selbstorganisierungsprozess von migrantischen und oftmals illegalisierten ArbeiterInnen, deren Interessen in traditionellen Gewerkschaften nicht repräsentiert werden (können). Das Ziel ist die Verbindung von Organisierungsprozessen und Kampagnen um Bleiberecht und Papiere einerseits und um bessere Löhne und Arbeitsbedingungen andererseits. Workers Centers bieten dabei zum einen juristische Beratung und Unterstützung in Fällen von Lohnbetrug bzw. miserablen Arbeitsbedingungen, zum anderen sind sie jedoch auch Ausgangspunkt für die Organisierung politischer Kampagnen. Darüber hinaus werden Bildungsmöglichkeiten (bspw. Sprach- und Computerkurse) offeriert oder einfach nur Raum für Austausch und Vernetzung geboten.

Die Initiative für ein Workers Center Rhein-Main existiert seit 2003 vor allem als Diskussionszusammenhang von AktivistInnen aus antirassistischen, gewerkschaftslinken und studentischen Gruppen. Beteiligt auch an einzelnen übergreifenden Kampagnen folgt die Initiative eher einem "polyzentrischen Modell", indem einerseits verschiedene Anlauf- und Beratungsstellen in regelmäßigen Austausch gebracht werden, und diese Vernetzung zum zweiten mit grundlegenderen Debatten um Prekarisierung und Migration verknüpft wird.

Hagen Kopp wird in seiner Projektpräsentation zum einen das Garment Workers Center in Los Angeles vorstellen, um anhand dieses Beispiels die Arbeitsweise der Workers Centers exemplarisch zu erläutern. Zum anderen wird er von der Initiative für ein Workers Center in Rhein-Main, ihren Erfahrungen und Problemstellungen während der letzten 3 Jahre berichten.

www.garmentworkercenter.org | www.labournet.de/diskussion/gewerkschaft/erfahrung/

"chefduzen.de als Vernetzungs- und Organisierungstool"
(Karsten Weber, chefduzen.de, Kiel)

Die Fabrik, also die räumliche Konzentration vieler ArbeiterInnen sowie der darüber ermöglichte Austausch zwischen und die Vernetzung von abhängig Beschäftigten, trug nicht unwesentlich zur Formierung der ersten ArbeiterInnenassoziationen bei. Unter den fragmentierten Bedingungen postfordistischer Produktion und ihrer räumlichen Zerstreuung der Arbeitsorte (Homework, Außendienst, Ich-AGs, dezentralisierte Fabriken und kleinteilige Unternehmensstrukturen usw.), aber auch der gesellschaftlichen Tendenz zu sozialer Fragmentierung und Vereinzelung ist die genannte räumliche Basis der Organisierung vielfach verloren gegangen. Unter diesen Voraussetzungen gewinnen neue Kommunikationstechnologien wie das Internet an Bedeutung, insofern sie die virtuelle Vernetzung von Menschen an weit voneinander entfernt liegenden Orten ermöglichen und so auch die Basis für (Selbst-)Organisierungsformen und Aktionen im "realen" Raum schaffen können.

Das Internetportal Chefduzen.de existiert seit 2004 (seit 2006 auch Chefduzen.at) und nutzt das Internet als Kampfwerkzeug. Von Information und Austausch über geringe Entlohnung und miserable Arbeitsbedingungen, über Tipps und Tricks im Umgang mit Arbeitslosen- und Sozialämtern bis hin zu Vernetzung, Aktion, Widerstand und Streik, über all das wird auf dem Forum diskutiert. Oft bleibt Gesagtes nicht nur virtuell, sondern findet auch reale Umsetzung.

Gründer Karsten Weber gibt in seiner Projektpräsentation Einblicke in die Entwicklung des digitalen "Selbstläufers" Chefduzen.de. Das Projekt erhielt politisches Gewicht durch die wachsende buntgemischte Community, die dieses Angebot des Austauschs zur sozialen Selbstverteidigung und Selbstorganisation nutzt. Das "Forum der Ausgebeuteten" steht seit seiner Nutzung durch eine breitere Öffentlichkeit unter juristischem Beschuss von AusbeuterInnen. Es wird in dieser Veranstaltung berichtet über aktuelle Entwicklungen und Perspektiven, es gibt Anekdoten und Beispiele von Erfolgen und gnadenlosem Scheitern. Erfahrungsaustausch und Diskussion eines Projekts mit offenem Ausgang.

www.chefduzen.de | www.chefduzen.at

13:00 bis 14:30 Uhr

Mittagspause


14:30 bis 16:30 Uhr

Workshop I "Campaigning"


Wichtige Erfolge der US-amerikanischen Gewerkschaftsbewegung sind verbunden mit den Begriffen "Strategische Kampagne" bzw. "Druckkampagne", das "Campaigning" ist dort ein integraler Bestandteil des Organizing-Ansatzes (z.B. "Justice for Janitors"). Als eine Antwort auf die Krise der Gewerkschaftsbewegung und ihrer Aktionsformen haben Kampagnen zwischenzeitlich jedoch auch international große Aufmerksamkeit erregt. Gerade ihre Anwendbarkeit auch in Bereichen, in denen traditionelle Formen der Interessenwahrnehmung nicht mehr greifen oder nicht ausreichen (bspw. aufgrund geringer Organisationsgrade), macht sie unter den herrschenden Bedingungen zunehmender Prekarisierung zu einem vielversprechenden Instrument der Organisierung und des Kampfes.

Kampagnen sind zumeist in den Betrieben und vor Ort verankert und basieren statt auf StellvertreterInnenpolitik auf einer Miteinbeziehung der Aktiven in die Planung und Durchführung der Kampagne. Aufgrund ihrer gesellschaftlichen Verankerung und ihrer Rückbindung an lokale Kämpfe und Auseinandersetzungen stellen sie ein höchst flexibles Instrument der Interessenvertretung dar und erweitern das Repertoire von Handlungsmöglichkeiten. Als Voraussetzung für eine gelingende Kampagnenarbeit gilt dabei in der Regel die bewusste Öffnung hin zu sozialen Bewegungen und zur Gesellschaft als solcher.

Im Worskhop "Campaigning" sollen anhand konkreter Beispiele aus gewerkschaftlichen und sozialbewegten Kontexten unterschiedliche Konzeptionen der Kampagnenarbeit diskutiert und auf ihre (Selbst-)Organisierungspotenziale hin befragt werden.

Die Kampagne "Bittere Ernte" des Europäischen BürgerInnenforums
(Dieter Behr, Europäisches BürgerInnenforum (EBF), Wien)

Seit dem Jahr 2000 organisierte das EBF Arbeitstreffen und Symposien, bei denen die europäische Dimension des Themas Arbeitsmigration in der industriellen Landwirtschaft diskutiert wird. In dem sich formierenden Netzwerk waren von Beginn an Bauern/Bäuerinnen, WissenschaftlerInnen, GewerkschafterInnen und VertreterInnen von MigrantInnenorganisationen aus Frankreich, Spanien, Deutschland, der Schweiz, Österreich, den Niederlanden, England und Polen vertreten. Der Anlass zum Beginn der Vernetzung zum Thema Arbeitskämpfe in der Landwirtschaft war ein alarmierender: Im Februar des Jahres 2000 ereigneten sich in El Ejido in der Provinz Almeria (Südspanien) während 3 Tagen gewalttätige Pogrome gegen marokkanische ArbeitsmigrantInnen, die in der intensiven Gemüseproduktion der Region beschäftigt waren. Das EBF organisierte daraufhin die erste internationale Menschenrechts-Delegation und begann mit Nachforschungen über die Ereignisse in El Ejido. Diese bestätigen die Tatsache, dass die Ausbeutung von ImmigrantInnen und Rassismus feste Bestandteile des herrschenden Wirtschaftssystems sind. Ausgehend von dieser Erkenntnis bildeten sich mehrere Gruppen, welche diese Untersuchungen auf europäischer Ebene weiterführten, was schließlich in der Kampagne - sowie in der gleichnamigen Publikation - "Bittere Ernte. Die moderne Sklaverei in der industriellen Landwirtschaft Europas" gipfelte.

Dieter Behr, der in diesem Zusammenhang die Situation der Saisoniers und ErntehelferInnen im österreichischen Marchfeld erforschte und aktiv in die EBF-Kampagne involviert ist, präsentiert Strategien und Ergebnisse seiner Arbeit.

www.forumcivique.org

Die Lidl-Kampagne von ver.di-Deutschland
(Agnes Schreieder, Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), Berlin)

Die Lidl-Kampagne von ver.di hat zum Ziel, die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten des Billig-Discounters nachhaltig zu verbessern. Demokratie und Mitbestimmung im Betrieb und die Wahrung der besonderen Interessen von Frauen im Einzelhandel stehen im Mittelpunkt der Kampagne. Gleichzeitig greift ver.di aber auch allgemeine Entwicklungen auf und regt Diskussionen an. Durch die Kombination unterschiedlichster Elemente der politischen Arbeit (Recherche, Aktionen, Online- und Print-Publikationen, Öffentlichkeitsarbeit usw.) sowie durch die gezielte Allianz mit AkteurInnen aus verschiedensten sozialen und politischen Zusammenhängen gelang es der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, den öffentlichen Druck auf die Unternehmensleitung von Lidl zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Beschäftigten im Lebensmitteleinzelhandel nachhaltig zu erhöhen.

Agnes Schreieder, die aktiv in die Konzeption und Realisierung der Lidl-Kampagne von ver.di involviert war, präsentiert ihren Ablauf und das ihr zugrunde liegende Konzept des Campaignings.

www.lidl.verdi.de

Die Kampagnenarbeit der GPA-DJP am Beispiel Schlecker, Billa u.a.
(Christoph Sykora, Gewerkschaft der Privatangestellten - Druck Journalismus Papier (GPA-DJP), Wien)

Im September 2005 kontaktierten MitarbeiterInnen der GPA-DJP die überwiegend weiblichen und Teilzeit beschäftigten Angestellten der 1.200 Filialen der Drogeriekette Schlecker in Österreich, um sie über ihre Rechte zu informieren und der Gewerkschaft Präsenz zu verleihen. Ähnlich wie Schlecker sind auch Billa, Kik sowie diverse andere Unternehmen in den letzten Jahren u.a. aufgrund von Verletzungen arbeitsrechtlicher Bestimmungen zum Ziel solcher, von massiver Öffentlichkeitsarbeit begleiteten Kampagnen der GPA-DJP geworden.

Christoph Sykora, mitverantwortlich für die Arbeit der GPA-DJP in diesem Feld, präsentiert einige der erfolgreichsten Kampagnen der letzten Jahre sowie das ihnen zugrundeliegende Campaigning-Konzept.

www.gpa-djp.at

17:00 bis 19:00 Uhr

Workshop II "Organisierung international"


Das von der US-amerikanischen Gewerkschaftsreformbewegung der 1980er und 1990er Jahre entwickelte "Organizing-Modell" erschöpft sich nicht in simpler "Mitgliederwerbung", sondern repräsentiert in Abgrenzung zu dem im Wesentlichen auf StellvertreterInnenpolitik und Rechtsberatung basierenden "Service-Modell" einen grundsätzlich neuen Weg gewerkschaftlicher Arbeit. Zentral ist die Idee, dass die Beschäftigten selbst die Gewerkschaft bilden - aber auch, dass erfolgreiches Organizing einer lokalen Verankerung in Community-Organisationen und sozialen Bewegungen sowie einer bundesweiten und internationalen Vernetzung mit gewerkschaftlichen und anderen politischen AkteurInnen bedarf.

Auch der Euromayday-Prozess war von Anfang an zum einen um die Sichtbarmachung und Stärkung von sozialen Kämpfen und Auseinandersetzungen vor Ort, zum anderen jedoch gemäß des Prinzips des File- & Fight-Sharings auch um eine Vernetzung dieser Kämpfe über die eigenen Stadt- und Landesgrenzen hinaus bemüht. Die Paraden am 1. Mai, wie sie 2006 bereits in 21 europäischen Städten über die Bühne gingen, sollten dabei als Initialzündung für Selbstorganisierungs- und Allianzenbildungsprozesse fungieren und das kollektive Bemühen um gleiche soziale Rechte für alle - unabhängig vom Aufenthalts- und Beschäftigungsstatus der Betroffenen - vorantreiben.

Im Workshop "Organisierung international" soll insbesondere auf die internationale / internationalistische Dimension von Organisierungspraxen im Spannungsverhältnis zwischen Gewerkschafts- und sozialen Bewegungen fokussiert werden.

"Going Global! Organizing-Praxen mit internationaler Perspektive"
(Hae-Lin Choi, Promotionsstipendiatin der Hans-Böckler-Stiftung, Berlin)

Die Justice for Janitors-Kampagne (JfJ), welche sich eine Organisierung der größtenteils weiblichen, migrantischen und vielfach illegalisierten ArbeiterInnen im Reinigungsgewerbe in den USA zum Ziel gesetzt hat, gilt als klassisches Beispiel einer Organizing-Kampagne im US-amerikanischen Raum und erlangte durch Ken Loachs Film "Bread and Roses" auch hierzulande einen großen Bekanntheitsgrad. Anhand von JfJ lässt sich dabei der Aufbau solcher Kampagnen (Eskalationsstufen, Social Network, Streik und Verhandlungen) ebenso exemplarisch erfassen wie die ihnen zugrunde liegende Strategie, "das Unternehmen auf der ganzen Ebene anzugreifen". Unter den dezentralisierten, heterogenen Produktionsbedingungen des postfordistischen Kapitalismus repräsentiert dieses Modell ein vielversprechendes Instrument der Organisierung und des Kampfes.

Integraler Bestandteil der JfJ-Kampagne waren und sind internationale Solidaritätsaktionen. In diesen kristallisieren sich erste Ansätze eines globalen Netzwerks heraus, das - über das herkömmliche Verständnis von internationaler Solidarität hinausgehend - sich über konkrete, lokal verankerte Organizing-Kampagnen / Arbeitskämpfe verbindet.

Hae-Lin Choi, die über Organisierungsstrategien von prekär Beschäftigten forscht und die JfJ-Solidaritätsaktionen in Berlin mitorganisiert hat, wird ausgehend von einem erst kürzlich siegreich ausgegangenen Streik in Houston die Organizing-Konzepte aus dem US-amerikanischen Raum insbesondere im Hinblick auf ihre internationalistische Dimension vorstellen. Darüber sollen mögliche Impulse für die hiesige Gewerkschaftsarbeit ebenso wie für die Praxis des Euromayday gewonnen werden.

www.labournet.de/internationales/usa/houston.html | www.houstonjanitors.org

"so wie es ist, kann es nicht bleiben"
(Frank John und Meike Bergmann, EuroMayDay, Hamburg)

Ümit und Esther gehen mit Leviathan, dem Gewerkschafter, spazieren. Sie reden über Organisierung, virtuell und knallhart. Er fragt: Was ist ein soziales Labor voller Lackmustests über Erschöpfungszustände, Zukunftsängste und Burn-Out-Syndrome wert? Auf dem Weg treffen sie Jenny Marx, die sich über Charly lustig macht, weil er einen Slip nicht von einem Schlüpfer unterscheiden konnte und bei der Hausarbeit immer fragte: Erziehungsurlaub, was soll das sein? Zum Schluss streiten sie sich über das Flanieren, weil das eine bourgeoise Gewohnheit sei und niemand den Dreck weg macht. Eine kleine Reise durch soziale und politische Kulturen, in denen nicht jeder Ort ein sicherer Hafen ist.

2005 begann die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di in Hamburg ein Pilotprojekt, das sich die Organisierung von prekär Beschäftigten in der Sicherheitsbranche zum Ziel gesetzt hatte. Unter expliziter Bezugnahme auf den Organizing-Ansatz der US-amerikanischen Gewerkschaftsbewegung werden hierbei neue Wege in Sachen Organisierung und Interessenvertretung beschritten.

Frank John und Meike Bergmann, selbst aktiv bei Euromayday Hamburg, berichtet über ihre Erfahrungen in Sachen "Organisierung der Unorganisierbaren" im Spannungsverhältnis zwischen Gewerkschafts- und sozialen Bewegungen.

www.hamburg.euromayday.org | www.besondere-dienste.hamburg.verdi.de

19:30 Uhr

Filmscreening


Film "Die Unorganisierbaren / Justice for Janitors" (F. Schneider, D 2002, 32 Min)

Mit: Susanne Lang (Berlin)

Unterbezahlte ArbeiterInnen in Textilfabriken, Putzkräfte ohne gültige Aufenthaltspapiere, temporär Beschäftigte in der High-Tech-Industrie: Die ProtagonistInnen einer neuen Welle von betrieblichen Auseinandersetzungen in Kalifornien galten bis vor kurzem schlichtweg als "unorganisierbar". Heute bilden sie eine neue Generation von Arbeitskämpfen, in denen der extrem prekäre Status der Arbeitskraft nicht Hinderungsgrund, vielmehr der Ausgangspunkt für vielfältige Formen gewerkschaftlicher und außer-gewerkschaftlicher Organisierung ist.

Der Film stellt in Kurzporträts drei verschiedene Kampagnen vor:

- Im Garment Worker Center in Los Angeles organisieren sich TextilarbeiterInnen aus unterschiedlichsten Ländern, um ihre Löhne einzufordern und für bessere Arbeitsbedingung zu kämpfen. Gegen ihre ArbeitgeberInnen haben sie oft keine Chance, deswegen wenden sie sich an die Modehäuser, die die unter elenden Bedingungen gefertigten Kleidungsstücke vertreiben.

- Wie erfolgreich der Kampf um die eigenen Rechte sein kann, beweisen ausgerechnet die Reinigungskräfte, die sogenannten "Janitors". "Justice for Janitors" fordert Gerechtigkeit für Menschen, die meist illegal über die Grenze kommen und seit der Rezession in den 1980er Jahren von den Unternehmen als bereitwillige Lohndrücker benutzt wurden. In Los Angeles ist es der Dienstleistungsgewerkschaft Local SEIU mit der systematischen Organisierung lateinamerikanischer Putzkräfte gelungen, das Vorurteil der "Unorganisierbarkeit" nicht nur zu widerlegen, sondern in das glatte Gegenteil zu verkehren.

- "Debugging" heißt im High-Tech Slang die Überprüfung eines Produktes auf etwaige Mängel und Schwachstellen hin. Debug ist seit kurzem aber auch der Name einer Initiative von Beschäftigten bei Zeitarbeitsfirmen im Silicon Valley. "De-bug" ist eine Plattform für neue Organisierungsformen, die auch in einer Umgebung funktionieren, in der allein schon das Aussprechen des Wortes "Gewerkschaft" die fristlose Kündigung nach sich zieht.

www.wastun.org/organizing | www.seiu.org/property/janitors/ | www.garmentworkercenter.org | www.siliconvalleydebug.com

21:00 Uhr

Zum Ausklang: Diskussion, Austausch, Party


Mit: Quote-DJ-Team











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